"Näh doch lieber Klasse, als Masse" & "Gut gebügelt ist halb genäht"

12. September 2012

7 Kommentare

Wie näht man eine Ledertasche? So!

Heute möchte ich euch eine Tasche vorstellen, die ich mir schon vor längerer Zeit genäht habe, nämlich diese:



Das "Original" war das Modell 144 aus der Burda 04/2007:


Zuerst habe ich Nappleder gekauft, Kordel und Vlieseline auch. Als Problem stellte sich die Beschaffung von Karabinerhaken, Ring und Schließe dar. Dank Internet letztlich waren diese letztlich aber auch zu bekommen. Dicke schwarze Kordel gibt es im Baumarkt.


Der Schnitt wird nach Maß auf eine alte Zeitung gezeichnet.


Nun geht es ans Nähen:

1.) beidseitig ein Stück Kordel in die Seitennaht einnähen
2.) Seitennähte schließen und die Nahtzugaben mit Textilkleber fixieren. Damit ich nicht die ganze Zeit die Lederteile zusammendrücken muß, habe ich die Nahtzugaben mit Klebeband fixiert.




3.) Futtertasche nähen:
4.) Extrem wichtig: Etikett einnähen ;-)
5.) Kordel lt. Anleitung zu einem Henkel wickeln und sich dabei die Finger verbiegen:
6.) Zum Glück gibts Stecknadeln
7.)...und Klebeband.



8.) Taschen- und Futterteil zusammensetzen.
9.) Ärgern.
Seitenschlaufen und bereits angenähte Henkel sind nicht auf gleicher Höhe...und das bei Leder...es ist zum Haare raufen.
Ich muß die Seitennaht trennen.
...Nie wieder im Leben möchte ich eine Klebenaht wieder öffnen.....!!!
Natürlich war alles so fest geklebt, daß sich die Naht nicht so ohne weiteres wieder lösen lies. Also bin ich mit Schere, meinem kleinen spitzen Küchenmesser :o und dem Nahttrenner rangegangen. Schwierig, schwierig...ich habe ganz vorsichtig Millimeter für Millimeter getrennt....und dann passierte das, was nicht passieren sollte....ich bin mit dem Nahttrenner abgerutscht und habe das Leder zerschnitten. Zwar nur einen kleinen Schnitt, nicht mal 1 cm.Das Ganze hat mich sehr gestört.Also habe ich mich dafür entschieden, Nahtzugaben (die ja festgeklebt waren), abzuschneiden.Das hat jetzt logischerweise zur Folge, daß meine Tasche kleiner wird. Beim Futter hatte ich dann logischerweise das Selbe zu tun.

Inzwischen hab ich die Tasche wieder zusammengenäht und das kleinere Format gefällt mir sogar besser:
Ich habe die Tasche fertig. Meine Finger sind alle noch dran und die Nähmaschine lebt auch noch. Alles überflüssige Gedöns habe ich jetzt weggelassen, sonst wird das ein Jahrhundertwerk.

Die Tasche gefällt mir. Sie ist schlicht und edel. Außen schwarzes Leder , innen bordeauxfarbenes Taftfutter. Vielleicht wird sie sogar meine neue Lieblingstasche.

Eine gut nutzbare Tasche muß man auch schließen können!



Die Verschluß-Varianten mit einem Kordelzug oder einem Reißverschluß waren mir zu umständlich, denn das hätte bedeutet, einen Großteil nochmals auftrennen zu müssen.
Also habe ich mir zwei Magnetdrücker von Prym gekauft und angebracht. Das ging einfacher, als erwartet.






Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    AntwortenLöschen
  2. Die Tasche hatte ich auch auf meiner Liste, aber inzwischen wieder vergessen, weil die Liste so lang ist ;). Schön, dass du sie wieder in Erinnerung rufst, denn deine Tasche ist wirklich toll geworden und die Größe finde ich so auch praktischer. Danke fürs ausführliche Erklären.

    LG
    Susanne

    AntwortenLöschen
  3. Uhh schön, die würde in größer perfekt zu meinem Umhang passen. Ich suche schon ständig nach Anregungen, danke fürs Teilen. In schwarz finde ich sie übrigens schöner wie in senfgelb. Aber ist Geschmacksache. Viel Spaß beim Nähen!

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Susan,

    ich finde deine Tasche wunderbar. Kann ich Dein Foto nehmen und auf meiner FB-Seite posten? Selbstverständlich wird ein Link zu Deinem Blog angegeben.

    VG,

    Rong

    AntwortenLöschen

Über Kommentare freue ich mich immer. Auch konstruktive Kritik ist jederzeit willkommen. Danke!