9. Mai 2013

Jerseyfutter

Ich vernähe sehr gerne Jersey.
Jersey macht jede Bewegung mit und er verzeiht kleine Nähfehler. Perfekt für mich.

Unschön ist, wenn ein Rock oder ein Kleid aus Jersey an der Strumpfhose nach oben klettert oder wenn man durch einen dünnen Jerseystoff die Unterwäsche durchsieht.

Die Lösung ist, entweder ein Unterkleid zu tragen oder das Jerseykleid /den Rock zu füttern.

Entscheidet man sich für ein Unterkleid, dann näht man am besten zwei Stück: Eines in hell und eines in dunkel, dann hat man immer das passende Unterkleid zur Hand.
Der Schnitt darf ganz schlicht sein, gerade geschnitten und mit Spaghettiträgern.

Die zweite Variante ist die, die ich persönlich bevorzuge, nämlich das komplette Füttern eines Kleidungsstückes.
Ein schönes Kleid lebt schließlich davon, daß es auch schön fällt.

Nun zur Wahl des Futterstoffes.

Will man etwas fürs Leben, dann darf es fürs Untendrunter ein Seidenjersey sein. Nicht gerade billig, aber sehr angenehm zu tragen.

Alternativ kann man Futtertaft nehmen, muß aber dann möglichst im schrägen Fadenlauf zuschneiden, damit die Elastizität erhalten bleibt. Ich persönlich finde dies bei Jersey nicht so optimal, aber das ist Geschmackssache und nicht zuletzt auch eine Frage des ganz persönlichen Wohlgefühls.

Ich nehme - nach Versuchen mit den beiden vorgenannten Materialien - nunmehr ausschließlich Wirkfutter.
Wirkfutter gibt es unter diesem Namen in jedem Stoffladen und es ist sehr preiswert.

Eine mir bekannte Markenbezeichnung ist MATAMIN ( 100 % Polyamid, antistatisch ausgerüstet). Also ein reines Polytierchen, aber es erfüllt als Futterstoff seinen Zweck sehr gut.
Vernäht wird Wirkfutter wie der Oberstoff, also im gleichen Fadenlauf zuschneiden und mit kleinem Zickzackstich/Overlockstich nähen.

Und so sieht Wirkfutter aus:
Es ist leicht durchsichtig, ein Leichtgewicht und in Quer- und Längsrichtung dehnbar.



An dieser Stelle sei noch ein Exkurs in die Nähwelt früherer Zeiten erlaubt.
Erfreuen wir uns doch an den vielen bunten Bildern, die wir heute Dank Internet und vieler Zeitschriften haben...
Alle folgenden Bilder stammen aus diesem im Jahr 1908 erschienenen Buch















 

Kommentare:

  1. Ich habe mir jetzt auch (erstmalig) Wirkfutter für ein Unterkleid gekauft, war hier in den Geschäften nicht zu bekommen, ich hab´es im Internet bestellt. Ich bin mal gespannt, wie es sich näht und trägt. Taft mag ich auch nicht unter Jersey.
    Herzliche Grüße
    Sabine

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  3. Liebe Nähfreundin,
    danke für die Erläuterungen. Du ermunterst mich Wirkfutter mal auszuprobieren. Das scheint eine gute Lösung für dünne Jerseys zu sein.

    Schön sind auch die Texte und Bilder aus dem alten Nähbuch. Hier wird schon mit Schnureinlage im Futterrocksaum gearbeitet; ein Vorgängerprinzip, später mit der Kette von Coco Chanel nachgeahmt! Diese alten Bücher sind sehr interessant.
    Freundlicher Gruß Mema

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